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Spirituelles Erwachen und die Welt wird egal?

Jain. Die Welt ist weder egal, noch nicht egal. Es geht dann jedenfalls tatsächlich nicht mehr darum, die Welt zu retten. Warum nicht? Es wird erkannt: alles entsteht aus dem EINEN Urgrund – somit hat alles, was existiert seine Berechtigung – das Böse und das Gute.

Erwachen in das Bewusstsein das wir sind, ist das Erwachen in genau dieses EINE, alles hervorbringende und damit von Grund auf akzeptierende Bewusstsein (das als Quelle, Urgrund oder Bewusstsein bezeichnet wird) – nicht als Tat oder bewussten Akt, sondern als Implikation, als Konsequenz daraus, dass alles, was existiert daraus entstanden ist. Dieser unendliche Ausdruck des EINEN impliziert bereits die uneingeschränkte Akzeptanz, dessen, was es hervorbringt, ohne erst im Anschluss etwas, das bereits da ist akzeptieren zu müssen. Wäre es nicht akzeptiert, würde es erst gar nicht erscheinen. Innerhalb dessen, geschieht jedoch sowohl jegliche Aktion, als auch jede Reaktion. D.h., wenn es beispielsweise einen Mord gibt, dann gehört zu diesem Ausdruck und Weltgeschehen sowohl die Selbstverteidigung, als auch die folgende Anzeige und Verurteilung, oder alternativ, das nichts tun. Das EINE aus dem alles entsteht bringt ausnahmslos alles hervor, also auch jede Form der Reaktion ist Teil dessen, was ist, wie es ist und somit akzeptiert, unabhängig davon, was ein Mensch davon halten mag. Und so ist das menschliche Erwachen zu dieser Quelle von allem, zu dem zugrundeliegenden hochintelligenten Bewusstsein, das unseren Ursprung und unsere Essenz ausmacht – welches wir nicht näher bezeichnen können, sondern uns als eine unergründliche Mystik des Lebens erscheint-, von ähnlicher Qualität. Im erwachten, reinen stillen Bewusstsein braucht es kein Akzeptieren dessen, was ist, sondern dieses Gewahrsein ist zugleich die Akzeptanz selbst. Das ist schwierig in Worte zu gießen und das gesprochene Wort trifft es nicht wirklich, aber hier gibt es gewissermaßen keine Welt und keine Konflikte. In diesem Gewahrsein fehlt nichts, weshalb es keinen Veränderungswunsch gibt. Von daher gibt es tatsächlich kein Bedürfnis, die Welt zu retten, da sie einerseits offenbar in diesem dualistischen Spiel von Hell und Dunkel nur so, und nicht anders sein kann, als sie gerade ist – zugleich gibt es im Gewahrsein immer nur diesen einen gegenwärtigen Moment, während Zukunft und Vergangenheit nur gedankliche Vorstellungen sind. Dennoch hält der Mensch sich nie komplett aus allem heraus, denn allein durch sein pures Dasein nimmt er bereits Einfluss auf das Weltgefüge.

Aber zurück: Das reine Bewusstsein bzw. Gewahrsein ist ähnlich und nicht gleich der Quelle aller Erscheinungen, allein deshalb, weil es in unserem Fall in einer menschlichen Form und einem menschlichen Geist-Körper-Organismus präsent ist. Eine Form, die geboren wird und stirbt, ein Organismus, der denkt, fühlt und körperliche Empfindungen hat, und damit nicht gleich das EINE Bewusstsein SELBST ist, das alles Leben hervorbringt, ohne selbst in seinem Wesen je in Erscheinung zu treten. Dies gilt eben nicht für uns, die wir sehr wohl hier in Raum und Zeit als bewusste Form in einem Organismus erscheinen.

Der Mensch ist ein interaktives Beziehungswesen Wir sind sowohl Form als auch dieses eben besagte unberührte, formlose Bewusstsein. Darum ist alles, was wir aus der Sicht des reinen Bewusstseins ausdrücken, nie die ganze bzw. absolute Wahrheit. Auf diesen Ebenen zwischen Form und Formlosigkeit bewegen wir uns stets in Paradoxien.
Während dem EINEN aus dem alles entsteht, nichts etwas ausmacht, sind wir verkörperte Wesen, die fühlen, die denken, die genetische Dispositionen zu sozialen Verbindungen und Interaktionen sowie Resonanzen zu unseren Mitmenschen und damit zur der Außenwelt haben, die uns zutiefst eigen sind – Diese in uns veranlagte Genetik ist so essenziell, dass wir ohne sie als Menschen nicht überlebt hätten. Mütter kümmern sich daher i.d.R. um ihre hilflosen Babys, Männer um den Schutz der Familie oder einst des Stammes und um die Beschaffung von Nahrung usw. Darum erfahren wir Schmerz, Freude, Liebe zu anderen Menschen, zu unseren Kindern, Partnern, Freunden und darüber hinaus.
Daher verlieren wir selbstverständlich nicht mit dem spirituellen Erwachen diese, unsere immanente Beziehungsfähigkeit, oder unser Mit- oder Verantwortungsgefühl für den beispielsweise von uns abhängigen Schwächeren. Wir bringen von Geburt an sowohl ein instinktives Gespür für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit mit, als auch den Drang nach freiem Ausdruck und freier Entfaltung. Nur deshalb leiden Menschen, wenn sie auf Dauer darin eingeschränkt werden oder sind.
Mit einem tieferen Erwachen leben wir zwischen totaler Berührtheit als verkörperter Mensch und dem unberührten Bewusstsein, für das alles, was ist, immer total ok ist – in diesem Paradox findet permanent unser Hiersein statt.
Weder sind wir komplett mit dem Geist-Körper-Organismus identifiziert, noch sind wir als menschliche Wesen einzig und allein ein über alles schwebendes reines Bewusstsein.

Um die Frage nun direkt zu beantworten: Es geht hierbei gar nicht darum , eine wie auch immer geartete Welt zu retten. Womit meist verbunden wird, dass jemand gegen das Böse in der Welt kämpft und es ausmerzen will, damit einzig das Gute bleibt. Sowas käme einem erwachten Geist tatsächlich nicht in den Sinn, denn das wäre nicht möglich und ein sinnloser Kampf gegen Windmühlen, gegen die Prinzipien des dualistischen Weltgefüges. Leider finden wir diese Kämpfe laufend in der Welt vor und sie produzieren noch mehr Leid, als sie ursprünglich bekämpfen wollten. Dafür gibt es den landläufigen Ausdruck: des „Gutmenschentum“. Es hätte daher wenig mit der Akzeptanz des Gewahrseins zu tun. (Warum? Gerne bei Interesse Näheres)
Aber, selbstverständlich werden wir deshalb nicht zu schauen, wenn beispielsweise unserem Kind geschadet, der Familie, sonstige nähere Bezugspersonen oder Nachbarn einer Gefahr ausgesetzt sind, die wir vermeiden oder abwenden könnten, wenn es in unserer Macht steht. Das heißt nicht, dass wir ständig und überall reagieren, aber, dass es durchaus vorkommen kann und weniger selbstverständlich ist, das Umfeld seinem Schicksal zu überlassen.
Aber ja und warum denn nicht, sollten wir uns weiterhin für unsere Mitmenschen einsetzen, wenn es unmittelbar notwendig und angemessen erscheint. Aus dem Moment und inneren Impuls heraus.
Und wenn es uns möglich ist, irgendwie daran mitzuwirken einen Krieg, insbesondere im eigenen Land, zu verhindern, dann werden oder können wir das selbstverständlich tun. Ich erinnere noch einmal daran, dass jegliche Reaktion ebenfalls Teil des Weltgeschehens ist, die das EINE hervorgebracht hat. Nichts, das in der Welt erscheint ist davon ausgeschlossen. Hier haben wir wieder dieses undurchsichtige Paradox, das eben gar keine einseitige gültige Aussage zulässt.


Die totale Akzeptanz des reinen Gewahrseins schließt nichts aus. Weil es ungetrenntes Bewusstsein ist, trennt es nicht, sondern schaut aus und in Einheit. Es nimmt jedoch wahr und bewertet eine Situation als solche, als das, was in ihr impliziert ist, ohne selbst etwas Eigenes hineinzuprojizieren. Das ist ein Unterschied zum gewohnten, urteilenden Alltagsbewusstsein, das ständig in Kategorien wie gut und böse einordnet und nicht über dualistische Prinzipien hinaus wahrnehmen kann, und daher ständig unbewusst persönliche Projektionen hinzufügt. Der Verzicht darauf bedeutet jedoch nicht, dass ein menschliches Wesen seinem Umfeld gegenüber nur noch passiv ist. Die Handlungen und Reaktionen erfolgen aus der menschlichen Ethik dieser Einheit und aus dem Moment heraus, nicht aus angelernten moralischen Vorstellungen, die der Situation übergestülpt werden und die Realität verzerren.

Den Aussagen von Gurus oder in Talks über Erwachen, wie zum Beispiel die Behauptung, dass es auf Grund dessen, dass die Welt, ok ist, wie sie ist, es keine Notwendigkeit zur Veränderung gebe, kann ich nicht vollständig zustimmen. Diese Aussagen stehen auch im Widerspruch zu ihrem eigenen Wirken, da sie durch das, was sie sagen, lassen, verneinen oder ablehnen selber Einfluss auf die Welt und ihr Umfeld nehmen. Obwohl sie behaupten, dass ihre Worte nichts bewirken würden, zeigt ihr unermüdlicher Antrieb, dass etwas in ihnen dennoch bestrebt sind, etwas zu bewirken. 😉

Ich meine, ok, wenn uns deutlich wird, dass wir tatsächlich die Ergebnisse gewissermaßen nicht wirklich beeinflussen können, und wenn wir aus dem Moment heraus (re)agieren, ebenso deutlich wird, dass wir nicht einmal unseren Einsatz für etwas kontrollieren/modifizieren können, – unter anderem deshalb, weil wir nicht immer in gleicher Stimmung sind – , sondern dieser unmittelbar aus uns entsteht, und dass es darüber hinaus zu viele Faktoren gibt, die an einem solchen Prozess – innen und außen – beteiligt sind, bis etwas zu Realität wird, dann kann ich da mitgehen.
Wir wissen aus Erfahrung, dass manchmal die größte Anstrengung nicht zum gewünschten Ziel führt, während in einem anderen Fall ein äußerst geringer Aufwand direkt zum gewünschten Ergebnis führen kann. Wie heißt es so schön: Wir stecken nicht drin. 😉

Diesen Leuten kann ich daher nur erwidern: Genau dasselbe gilt für alle anderen Menschen, denen das Erwachen widerfahren ist. Zum Beispiel einem Vater, der in letzter Minute versucht, seine Tochter vor einem Überfall zu schützen, einer Mutter, die ihr Kind vor Übergriffen verteidigt, und Menschen, die versuchen, einem Krieg oder einem bevorstehenden Transhumanismus oder einer Kontrollstaatlichkeit entgegenzuwirken, die nicht nur sie, sondern alle betreffen würde.

Genau wie diejenigen, die aktiv sind und dennoch behaupten, es bringe sowieso nichts, wissen auch diese Menschen nicht, ob ihr Einsatz etwas bringt oder nicht. Dennoch sind sie ebenso veranlasst, das ihnen entsprechende Angemessene zu tun. Tatsache ist jedoch, dass in beiden Fällen, selbst wenn jemand sagt, es bringe alles sowieso nichts, es dennoch in der einen oder anderen Situation etwas bewirken oder dem einen oder anderen hilfreich sein kann. Das gilt sowohl für Gurus als auch für andere erwachte Menschen.

Ehrlicher wäre doch zu sagen: „Es interessiert mich nicht, und es ist mir egal oder ich verspüre keinen Impuls dazu. Das Einzige, was ich möchte, ist über das zu sprechen, worauf ich Lust habe. Beziehungen jeglicher Art überfordern mich, sie sind mir zu anstrengend. Ich lebe lieber außen vor, zurückgezogen wie in der Höhle, im reinen Bewusstsein, und halte mich aus allem Weltlichen heraus. Aber ganz raus halten klappt irgendwie auch nicht; ich bin zu neugierig und lästere lieber über das, was die anderen so treiben.“ Auch das ist selbstverständlich ok, im Sinne davon, dass es Teil des akzeptierten Weltgeschehens ist. Es soll keine moralische Beanstandung sein. Mein Punkt ist ein anderer.

In Passivität lebten wir immer noch nach mittelalterlichen Sitten.
Mit dieser Haltung würden jedoch heute noch Hexen verbrannt, während über jene gelästert wird, die sie damals durch ihren Einsatz abgeschafft haben. Diese Wichtigtuer, diese Weltverbesserer, diese Faschisten, die glauben, sie wüssten besser, wie die Welt sein sollte, anstatt sie einfach so zu akzeptieren, wie sie ist – nur weil sie berührbar sind, aus Mitgefühl handeln und ihr Möglichstes in ihrem Umfeld tun. Es gäbe immer noch auszupeitschende Sklaven, die ihren Herren missfallen, Vergewaltigung in der Ehe wäre auch heute noch kein Delikt, und Frauen wären den Ehemännern ausgeliefert. Frauen dürften weder selbstbestimmt arbeiten noch wählen. Und vieles mehr wäre undenkbar gewesen, wenn alle diese sozial-nihilistische Einstellung gehabt hätten.


Mein Punkt: Ich räume ein, dass jeder andere Gaben mitbringt und es so viele individuelle Ausdrucksformen wie Menschen gibt. Aber es wird zu einem Konzept, wenn nur dieser eigene Ausdruck als ungefiltert eingestuft wird, während der von denen, die beispielsweise Leid, Traumatisierung, Verstümmelung von Kindern usw. verhindern – also dort, wo man selbst tatenlos zuschaut – nicht als ein solcher gelten soll.
Je nach Situation kann alles Menschen Mögliche als ungefilterter Ausdruck in Form einer Reaktion oder eines Handelns erscheinen. Nichts ist ausgeschlossen, in dem, was dem Gewahrsein als angemessen erscheint.

Video zum Text in gekürzter Form

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