Traumalösung & Coaching

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psychologische & Transpersonale Begleitung

Was ist das Ich? Ist das Ich eine Illusion?

Das grenzenlose menschliche Bewusstsein und die biologische Ich-Instanz

Die Ich-Instanz ist tatsächlich keine Person, sondern ein biologisches Zentrum. Deshalb wird in der spirituellen Szene oder im Buddhismus oder im Advaita, aber auch in anderen philosophischen Abhandlungen sowie in Weisheitslehren davon gesprochen, dass wir in unserer Essenz reines Bewusstsein sind, und dass da Niemand (im Sinne einer Person) sei, sowie, dass das Ich nur eine Illusion ist. Dabei dürfen wir jedoch nicht das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Das Bewusstsein ist frei und grenzenlos.

Und weil es frei, weit und grenzenlos ist, kann es verschiedene Perspektiven einnehmen und sich mannigfaltig manifestieren.

Das Bewusstsein ist demnach nichts Fixes, es kann sich jedoch in verschiedenen Bewusstseinszuständen und somit Wahrnehmungszuständen gründen.

Das Ich-Bewusstsein und auch die Ich-Identifikation sind nur eine der vielen Formen, die es annehmen kann. Somit ist auch das Ego keine Gestalt, sondern ein möglicher

Bewusstseinszustand, aus dem heraus jeweils wahrgenommen, gefühlt, bewertet, gedacht und gehandelt wird. Als höheren Bewusstseinszustand oder reines Gewahrsein können wir jenen betiteln, der beispielsweise Unbewusstes, Schattenanteile oder Identifikation und damit einhergehende Vorgänge erkennt.

Ich und Bewusstsein sind untrennbar voneinander, da sich jeder Bewusstseinszustand aus dem einen grenzenlosen Bewusstsein generiert. Das alltägliche Konsens-Bewusstsein des Ich-Empfinden erlebt selbst im unbewusstesten Zustand ein mehr oder minder oberflächliches Bewusstsein im Sinne von Aufmerksamkeit und Wahrnehmung.

Das natürliche Ich-Bewusstsein ist ebenfalls nichts Fixes, keine feststehende Person mit Eigenschaften, sondern ein wahrnehmendes und damit bewusstes, inneres, den Organismus regulierendes Zentrum. Es ist konzentriertes Bewusstsein und zugleich eine durchlässige Struktur als Mittelpunkt des menschlichen Organismus, weil wir bewusste, reflektierende Wesen sind.

Ist dieses Ich-Bewusstsein durch Prägung VOLLSTÄNDIG mit dem Geist-Körper-Psyche-System, welches ich als ein Konglomerat von Eigenschaften und Vorgängen bezeichne identifiziert, verengt sich das ursprünglich weite, uneingeschränkte Ich-Bewusstsein, ähnlich wie die Wahrnehmung in einem Tunnelblick, und es verliert durch diese Kontraktion an Durchlässigkeit.

Die Ich-Identifikation ist nur ein möglicher Bewusstseinszustand von vielen anderen, wie Bewusstsein in Form überall in der Welt Gestalt annimmt. Weshalb es so etwas wie Bewusstseinserweiterung geben kann, indem das Bewusstsein über seine durch Identifizierung und den daraus resultierenden verengenden Überzeugungen und Glaubensmustern hinaus gehen und eine Metaebene einnehmen kann.

Das Problem ist nicht die Tatsache der Identifizierung, sondern eine darin implizierte Ausschließlichkeit, die zu einer kompletten Verwechslung des ursprünglichen Zustandes des Menschen führt – indem das zuvor unbegrenzte Bewusstsein in ein durch Konturen einer Persönlichkeit begrenztes Ich, das eine fixe Person darstellt, gezwängt und das Bewusstsein verengt bzw. darauf reduziert wird. Identifikation bedeutet stets eine Verengung, und Trennung von allem, was darüber hinaus geht, wenn sie ausschließlich ist, weil Bewusstsein in seiner Natur grenzenlos ist und alle Formen Begrenzungen haben. Bewusstsein selbst hat aber keine Begrenzungen.

Nur aufgrund dessen, dass Bewusstsein potenziell unendlich frei und nichts Fixes ist, ist es möglich, dass es im Menschen als reflektierendes, die Welt und sich selbst erlebendes Ich-Bewusstsein auftaucht.

Erst im nächsten Schritt findet für den Menschen eine Spaltung des Bewusstseins und damit eine menschlich ungünstige Trennung dieses Bewusstseins statt, nämlich im Kleinkindalter, wenn das Ich-Bewusstsein mit den individuellen Eigenschaften der Individualität und Persönlichkeit des Kindes gleichgesetzt wird. Damit findet eine Identifizierung statt, die es darauf zu beschränken scheint.

Die Spaltung des Bewusstseins und die biologische Ich-Instanz.

Das natürliche Ich-Bewusstsein ist ursprünglich nicht auf eine wie auch immer geartete Persönlichkeit beschränkt, sondern immer noch potenziell unbegrenztes Bewusstsein, in einem Körper-Seele-Geist Organismus. Reines Bewusstsein ist formloses, sehendes und erlebendes GewahrSEIN. Aber durch seine enorme, geradezu mystische Form annehmende Flexibilität ist es möglich, dass sich das Kleinkind durch seine familiären/sozialen/kulturellen Vorbilder darüber hinweg auf diese ursprünglich als innerer Vermittler und Übersetzer fungierende, menschlich-geistige Impulse in die Welt tragende Ich-Instanz reduzieren kann.

Wir müssen also unterscheiden zwischen einerseits einer biologisch angelegten Ich-Instanz des Ich-Bewusstseins das bestimmte Funktionen im menschlichen Organismus und zwischen dem Organismus und der Außenwelt – wie z.B. äußere Reize wahrnehmen, Sprache oder Ideen/Impulse nach Außen transportieren – erfüllt, die mit Bewusstsein, Wahrnehmung, Fühlen und Denken einhergehen und auf der anderen Seite einem identifizierten Ich-Bewusstsein, das sich mit all diesen und weiteren menschlichen Vorgängen bzw. Phänomenen gleichsetzt und verwechselt. Die Ich-Instanz ist keine Person, sondern ein biologisches Zentrum.

Also ja, da ist niemand, der bestimmt, was in uns an Regungen, Emotionen, Wünsche und Wollen, Vorlieben, Verhaltensweisen, Eigenschaften usw. erscheint oder wie wir sind, mit welchen Eigenschaften, Talenten, Begabungen wir auf die Welt kamen oder wie wir geprägt wurden und darauf aufbauend unser Leben verläuft. Das ist es, was keiner oder niemand macht. Wenn wir das aufmerksam in uns selbst erforschen und das Bewusstsein sich weiten kann, stellen wir fest, dass all diese Phänomene in uns erscheinen. Der Wille selbst, als auch etwas Bestimmtes zu wollen und etwas anderes nicht zu wollen, sind keine Entscheidungen die wir treffen können oder etwas, das wir direkt zu ändern vermögen, nein, wir stellen fest: ich will xy, oder ich will xy nicht. Das können wir lediglich bezeugen.

Bewusstsein im menschlichen Organismus

Es handelt sich bezüglich des phänomenalen Organismus demnach sowohl um ein komplexes Konglomerat von Eigenschaften, Prägungen, Affekten, Bedürfnissen, Tendenzen, Neigungen, Vorlieben, Gedanken (Vergleiche, Bewertungen…), Muster, Ängste, Abwehrmechanismen, Wünsche, Widersprüche etc., als auch um ein regulierendes Zentrum, eine biologische Instanz namens Ich, das mit diesem Konglomerat ab dem Kleinkindalter vollkommen identifiziert und gleichgesetzt wurde.

Dieses erstmals in der Psychoanalyse erwähnte funktionale Ich-Zentrum versucht zwischen den Anforderungen des Lebens, den äußeren Reizen, wie Job, Kinder, gesellschaftliche Anforderungen/Übereinkünfte etc., dem Inneren, wie den eigenen Trieben, der Lust, dem Wollen und Wünschen (das sog. ES = die unbewussten Triebe) und den unaufhörlich ratternden Gedanken und Vorstellungen darüber, was man sollte, und nicht sollte, was man jetzt eigentlich müsste oder nicht dürfte, also dem durch Sozialisation, Erziehung und Kultivierung anerzogenen, kurz: durch Indoktrination entstandenen sog. Über-Ich mit seinen Regeln, Normen, Verbote und Gebote etc., zu vermitteln, abzuwägen und zu koordinieren, um immerzu irgendwie das vermeintlich angemessene oder richtige zu tun – nicht, dass dies prinzipiell verkehrt wäre – Aber es versucht das angeblich Falsche zu lassen bzw. die „richtigen“ Entscheidungen auf Basis all den unhinterfragten, unbewussten Glaubensmustern und allem voran der besagten Identifizierung zu treffen, die sich seit unserer Manifestierung als körperliche Wesen unbemerkt im Organismus eingenistet haben.

Jegliches diesbezügliche „Versagen“ nimmt es persönlich und Schuldgefühle erhalten Raum, obwohl, und jetzt kommen wir, neben den eben erwähnten mental-psychischen Persönlichkeitsstrukturen zu einem weiteren stark wirkenden, voller Prägungen (insbesondere durch Traumata) behafteten, äußerst unbewussten körperlichen Aspekt, nämlich das Nervensystem – das nicht nur maßgeblich an unendlich vielen Reaktionen, Neigungen, Verhaltensweisen und Entscheidungen des Menschen beteiligt, sondern häufig ursächlich dafür ist.

Diese ganzen eben benannten Vorgänge laufen zum größten Teil unbewusst ab, einiges mag teils halbbewusst sein, aber nur das aller Wenigste sind tatsächlich bewusst getroffene Entscheidungen. Im Bewerten und Einschätzen, im Abwägen von einem dafür oder dagegen sind sowohl unser durch negative Erfahrungen geprägtes Nervensystem als auch unsere unbewussten Glaubenssätze wesentlich schneller, als jegliche vermeintlich durch bewusstes Abwägen getroffene Entscheidung.

Selbst ein scheinbar bewusstes kontrollierendes Vorgehen und Abwägen ist stark durch unbewusste Aspekte geprägt. Das geschieht wiederum auf Basis von Sozialisation / Erziehung / Kultivierung / Prägungen im Allgemein (u. Traumata). Die Wahl zwischen – plump gesagt: einem Apfel oder einer Birne fällt im Grunde genommen, der psychosoziale Komplex dieses Konglomerates aus eben genannten Aspekten.

Der suboptimale Umgang des vollständig identifizierten Bewusstseinszustandes

Dieses kleine identifizierte Ich ist demnach eine Erscheinung, genau genommen ein Bewusstseinszustand, der auf Basis eines Irrtums oder einer Täuschung besteht, nämlich der Identifikation mit Gedanken, Gefühlen, Eigenschaften, innere Vorgänge, Nervensystem usw. , und sich selbst mit diesem kompletten Konglomerat verwechselt. Daher versucht die funktionale Ich-Instanz in diesem Kontext, aus diesem Tunnelblick einer verengten Bewusstseins-Perspektive heraus, zwangsläufig in unangemessener Weise diesen Organismus in seiner komplexen Struktur irgendwie zu händeln.

Es versucht die durch Identifikation und Indoktrination unbewussten tief eingefleischten Urteile, Annahmen und Bewertungen und daraus resultierende Regungen und Vorgänge an der Oberfläche zu sortieren und koordinierend darauf einzuwirken, ohne sie als Solche in ihrer Hauptwurzel zu erkennen. Nebenbei hemmt und straft es den Menschen immerzu in seinem Ausdruck durch die meist unbewusste (Über-Ich-) Reglementierung und durch die Unterdrückung natürlicher Impulse, und übergeht darüber hinaus sehr viele in ihm teils unbewusst wirkende Aspekte und Vorgänge. Dazu gehört auch des Menschen Neigung, Lust und Freude zu suchen und Unlust und Schmerz zu vermeiden, denn nur in der Akzeptanz des komplexen, widersprüchlichen Menschseins und in der Integration all seiner Facetten, von hell, dunkel und allen Schattierungen, kann es tiefen inneren Frieden und Ausgeglichenheit durch ein Ganzheitsgefühl geben.

Und so glaubt es eben, der Entscheider und Herr im eigenen Haus zu sein, während fortlaufend das Unterbewusstsein bzw. das Geist-Psyche-Körper-System die eigentlichen Entscheidungsträger sind.

Der durch Identifikation stark beengte Bewusstseinszustand des kleinen Ich geht folglich mit dem Menschen in einer Weise um, die ihm nicht sonderlich entspricht – die zumindest nicht optimal ist, weil dieser Ich-Bewusstseins-Zustand auf einer falschen bzw. illusorischen Annahme basiert.

In allen Bewusstseinszuständen kann jedoch eine Bewusstwerdung und Bewusstseinserweiterung stattfinden, die den ErlebnisRaum vergrößern und vertiefen kann und zu neuen Perspektiven, Sichtweisen und Erkenntnissen führt. Denn wie schon eingangs gesagt, jeglicher Zustand ist, wie alle Formen, von Bewusstsein durchdrungen.

Zusammenfassend können wir sagen: Ja, es gibt ein Ich-Bewusstsein, eine biologische Ich-Instanz, die unabhängig von Identifikation besteht und hilft, unseren Organismus zu regeln und mit der Welt auf verschiedenen Ebenen in Austausch zu sein. Da das Ich-Bewusstsein bzw. die Ich-Instanz sehr stark mit dem denkenden Verstand gekoppelt ist, weshalb es im identifizierten Zustand für den Denker hält, bildet es eine untrennbare Symbiose mit dem Verstand.

In diesem identifizierten Ich-Bewusstseinsmodus spreche ich von dem „kleinen Ich“ das sich selbst mit den Inhalten und dem Vorgang des Denkens bzw. des Verstandes verwechselt.

In Aufhebung dieser begrenzenden Trennung, quasi als Bewusstsein in einem menschlichen Körper das mit seiner Persönlichkeit nicht vollständig identifiziert ist, aber seine Individualität nicht leugnet, sondern lebt, spreche ich vom „großen ICH“, welches nicht auf Eigenschaften oder sonstige Gedanken(prozesse) reduziert ist, und daher den Verstand als Werkzeug und wunderbaren Übersetzer nutzt, statt ihn mit sich selbst zu verwechseln. Hierbei verkehrt sich der Verstand zum nützlichen Diener, statt der (blinde/unbewusste/identifizierte) Chef im eigenen Haus zu sein.

Die Ich-Instanz verschwindet nicht, wenn wir nicht mit der Persona/Persönlichkeit/Individualität identifiziert sind, sie wird weiterhin ihre Vermittler-Funktion ausüben, aber unter anderen Gesichtspunkten und Prämissen. Sie weist uns beispielsweise darauf hin, wenn es angemessen ist, jetzt still zu sein, zu fühlen, was wir fühlen, statt auszuweichen und uns abzulenken. Es steht dann nicht mehr im Dienste eines identifizierten Ich`s und Ego`s , sondern des wahren Selbst (groß ICH) und der Rückanbindung, in der Gründung im reinen Bewusstsein und somit unserer wahren Natur.

Da Bewusstsein flexibel ist, ist es auch möglich, in einer Form der Bewusstseinserweiterung die eigene Identifikation mit der Persönlichkeit zu erkennen, obwohl die Identifikation einen Tunnelblick von verengtem Bewusstsein generiert. Weil wir aber selbst über diesen Tunnel hinausgehen, bemerken wir nicht nur, dass wir weit, grenzenlos und flexibel, sondern auch in allen Bewusstseins-Zuständen samt ihrer Inhalte als Bewusstsein enthalten sind, weil wir das alles durchdringende Bewusstsein sind. Folglich ist es möglich, jegliche Begrenzung zu durchschauen.

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