Traumalösung & Coaching

3D - 5D
psychologische & Transpersonale Begleitung

Die Ego-Bedürftigkeiten von Heute sind die natürlichen Bedürfnisse der kindlichen Vergangenheit.


Bedürftigkeit taucht u. a. stets inmitten der Verliebtheit im Kleide der Erwartungshaltungen an den Partner / die Partnerin auf und sind ihre Repräsentanten. Sie stehen aber ebenso für eine kindliche, regressive Angepasstheit des Erwachsenen am Partner, seinen Wünschen und Vorstellungen und damit, ihm/ihr gefällig zu sein, um das zu erhalten, was immer noch zutiefst ersehnt wird – in Kürze: Liebe.

Die aus Bedürftigkeit geborenen Erwartungshaltungen und die Sucht nach Beziehung spiegeln also ein Nicht-satt-geworden-Sein des ehemaligen Kindes wider, das wir mal waren, und werden bei ähnlichen engen Bindungskonstelationen, wie die der Beziehung zu einem Partner automatisch, meist unbewusst und daher unkontrollierbar hervorgerufen. Werden sie nicht ausreichend erfüllt, kommt es zu Frustrationen, Unzufriedenheit, Streit, Forderungen und Vorwürfen oder gar Trennungen.

Dabei ist gerade die Nichterfüllung unserer Bedürftigkeit die Chance, uns von alten kindlichen Prägungen und der damit verbundenen Abhängigkeiten von einer Beziehung, die wir glauben, für unser Glück zu brauchen, ein für alle Male zu lösen.

Erhalten wir inmitten von Verliebtheit nicht unserer Bedürftigkeit entsprechend jeweils ausreichend Zuneigung, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Lob, Anerkennung, Liebe, Wertschätzung etc. – was über die natürlichen Bedürfnisse hinaus in einer übersteigerten, unverhältnismäßigen Form und Erwartungshaltung als narzisstische Zufuhr bezeichnet werden kann- , ist das Ego peinlich berührt, fühlt sich gekränkt, betrogen, nicht genügend wertgeschätzt, gedemütigt, entwertet etc. und ggf. in Folge frustriert oder gar hilflos und verloren.
Die Bandbreite und der Umgang damit variieren, je nach Vorerfahrungen und Beziehungsklima, können schon Kleinigkeiten wie z. B. die Unaufmerksamkeit des Partners ausreichend sein, um diese Kettenreaktion auszulösen. Von tatsächlichen Verletzungen durch Missachtung, Betrug, Hintergehen usw. ganz zu schweigen.

Die Krux dabei ist, ob ein Partner uns tatsächlich hintergeht, schlecht behandelt oder wir uns “nur” wie eben beschrieben, schlecht behandelt fühlen und er/sie uns wirklich von Herzen mag, aber unsere Bedürftigkeit sie/ihn überfordert, macht nur einen relativen Unterschied.
Vordergründig ist, dass unser Ego sich nicht wie gewünscht ausreichend gefüttert und befriedigt fühlt und es damit schmachtend, am langen Arm des Partners oder potenziellen Partners zu verhungern droht oder tatsächlich verhungert.
So schmerzhaft wie es für ein Kind sein mag, das vergeblich nach der Brust der Mutter verlangt, so ist es auch für das bedürftige Ich, das glaubt nur auf diesem Wege im Außen zu seiner ersehnten Erfüllung zu kommen.

Damit sind wir gleichzeitig inmitten unserer kindlichen Wunden von einst unerfüllten Bedürfnissen und all jenem, dass uns als Kind schmerzlich widerfahren sein mag, angekommen. Von dem wir u. U. mehr oder weniger oder auch gar nichts mehr wissen.

So ist die Nichterfüllung und Enttäuschung unserer Erwartungshaltungen und Sehnsüchte schmerzhaft und segensreich zugleich. Weil es äußerst heilsam sein kann, wenn wir dem Schmerz, den es in uns auslöst, begegnen und ihn erlauben, anstatt uns verzweifelt und hoffnungsvoll in die nächste Beziehung zu stürzen, oder einem potenziellen Partner zuwenden, um irgendwie doch noch unsere Bedürftigkeit befriedigt zu finden und den Schmerz der Nichterfüllung aus der vorherigen Bindung mit diesem Aktionismus ein weiteres Mal zu betäuben.

Wir haben durch jede Beziehung die Gelegenheit, den vergrabenen Schmerz kindlicher Erlebnisse, der hinter den Auslösern unerfüllter Liebe/Erwartungshaltungen/Sehnsüchte steht und uns überhaupt erst hat bedürftig werden lassen, wahrzunehmen und aufzulösen. Sodass Bedürftigkeiten und das unbedingt Brauchen einer Beziehung immer mehr Schnee von gestern sein wird.

Und die Schlussfolgerung all dessen legt noch die gute Nachricht für aktuell Betroffene nahe, dass ich behaupten mag, insbesondere jene unbequemen Beziehungen, die die meisten Triggerpunkte auslösen, beherbergen logischerweise potenziell auch das meiste heilbereite Material. Alles Liebe, viel Kraft und Mut bei der “Arbeit” im Nicht-mehr-Ausweichen (so gut es geht).

(2016)

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